Sprachkurs Kraków

Warnung: Langer aber interessanter Blogeintrag!

Nun hatten wir nach den 2 Wochen in Berterath ungefähr 2 Tage Zeit, umzupacken und nach Krakow zu kommen, um dort den 2-wöchigen Sprachkurs zu absolvieren. Nach langem Reisen (bei manchen von uns waren es eine 22-Stundenfahrt, die sie durchgemacht hatten) kamen wir nun in dieser wunderschönen Stadt an. Zu siebt wohnten wir in einer 2-Zimmer WG (2 Schlafzimmer, Küche, Bad, Wohnzimmer) im nördlichen Bezirks außerhalb des Zentrums.

 

Erstmal eine kurze Einführung zur Stadt selbst:Krakow ist einer der beliebtesten Touristenstädte Polens und somit voller Touris (die alle Englisch sprechen). Vor allem der Stary Rynek (Marktplatz) ist immer voller Touristen, Künstler, Fotografen, Polizisten, Tänzer...

 

Die Innenstadt verbindet die alte Architektur der Kirchen und Kathedralen, die Kopfsteinpflasterstraßen und traditionellen Pferdekutschen mit neuen Einkaufszentren und schicken Restaurants.

 

Im Kontrast zum Zentrum steht das Studentenviertel Kazimierz, dass von der Geschichte des Ghettos in Krakow geprägt ist. Daher findet man dort viele hebräische Zeichen, ein jüdisches Gotteshaus und natürlich viele Restaurants mit hebräischem Namen und traditionell jüdischer cuisine. Diese Viertel ist vergleichbar "hip" wie Kreuzberg in Berlin, wenn es ums Nachtleben geht. Daher wirst du dort, ähnlich wie in Kreuzberg, um 2 Uhr morgens die Straßen voller (betrunkener) Studenten und Touris auffinden, die z.B "zapiekanki" (Spezialität Krakóws-Baguette mit Gemüse, Fleisch und Käse) nach dem Feiern verdrücken.

 

Der Sprachkurs:Unsere Sprachlehrerin Agata gab uns unter der Woche im Zentrum Kreisaus von 9 bis 15 Uhr (mit Pause) Unterricht. Sie versuchte uns (nicht alle motivierte) 7 Freiwillige in die Grundbausteine der polnischen Sprache einzuführen, mit mittelmäßigen Erfolg. Für mich war der Sprachkurs einerseits viel zu einfach, andererseits viel zu unorganisiert, da wir nur kleine Teile der Grammatik in kurzen Abschnitten besprochen haben, aber nie wieder geübt haben. Zwei Sachen habe ich aber aus der Zeit mitgenommen: 1. die meisten Wörter werden auf der zweitletzten Silbe betont, und 2. dass beim Akkusativ die Endung der weibliche Form zu “ę” umgewandelt wird.

 

Das Erlebnis in Krakow, was ich nicht vergessen werde: Unser Karaokeabend, bei dem wir lauthals das Lied “Hey Sokoły” (polnisches Volkslied) mit unserem starken deutschen Akzent rausbrüllten. Oder die Straßenmusik, die Elli mit ihrer Gitarre und ich mit meinen Gesang in Kazimierz an einem Sonntagnachmittag veranstalteten (z.B sangen wir die Baseball “Umbrella” Version)...Das tolle vegane UND glutenfreie Restaurant, dass wir in Kazimierz fanden, die wunderschöne St. Annakapelle....Und der Bahnhof, der kein einzigen Lift hat!

 

Jetzt zu meinen Eindrücken der Stadt: In den zwei Wochen dort habe ich angefangen, mich wie ein richtiger Bewohner Krakóws zu fühlen. Zwar haben wir in den 2 Wochen einen (minimalen) Teil der touristischen Attraktionen sehen können (nicht mal die Hälfte haben wir geschafft, einfach weil es in Krakow so viel Museen und Kirchen gibt...), aber dennoch haben wir dort mehr gelebt als besichtigt. Ich habe ich mir Teile des Straßenbahnsystems kennen gelernt, bin normal in der Galeria Krakowska einkaufen gewesen, 2 mal pro Woche im Kaufland Lebensmittel einkaufen, SIM-Karten einkaufen, früh aufstehen um zum Sprachkurs zu kommen...und als ich gerade das Gefühl hatte, mich wie eine Krakowerin zu fühlen, war es auch wieder an die Zeit gekommen, weiterzureisen-nach Kreisau.

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